Heizen mit Holz Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Scheitholzkessel

Zum Heizen mit Scheitholz kommen Einzelraumfeuerungen als auch Zentralheizungen in Frage. Diese bisher übliche Differenzierung beinhaltet im ersten Fall offene Kamine und Kamine mit Heizeinsatz, Kaminöfen und Dauerbrandöfen sowie Kachelöfen und Speicheröfen, die zum Zwecke der Beheizung einzelner Räume im Wohnbereich zum Einsatz kommen. In holzverarbeitenden Unternehmen werden Dauerbrandöfen auch in der Werkstatt genutzt. Die Wärmeleistungen von Einzelraumfeuerungen liegen entsprechend ihrem Einsatzzweck im Wohnbereich überwiegend im Bereich von ca. 4 bis 15 kW, vereinzelt werden Anlagen mit Leistungen von bis zu 50 kW angeboten. In Einzelraumfeuerstätten kommen auch aus Holzresten der industriellen Holzverarbeitung hergestellte Holzbriketts zum Einsatz.

Von Hand mit Scheitholz beschickte Zentralheizungskessel heizen über das wasserführende Zentralheizungssystem die ganze Wohnung bzw. das ganze Gebäude. Vom Verbrennungsprinzip her werden hier Oberbrandkessel und Vergaserkessel unterschieden.

Die Oberbrandkessel haben, wie der Name bereits sagt, das Funktionsprinzip des oberen Abbrands. Wie auch die von Hand beschickten Einzelraumfeuerstätten haben sie vergleichsweise geringe feuerungstechnische Wirkungsgrade und vergleichsweise hohe Staub- und Kohlenmonoxid-Emissionen.

Scheitholzvergaserkessel haben das Prinzip des unteren oder seitlichen Abbrandes. Hierbei brennt die Flamme nicht nach oben durch die Brennstoffschicht, sondern das Holz vergast im Glutbett und die seitlich oder nach unten geführten Holzgase werden in einer separaten Brennkammer gleichmäßig verbrannt. Scheitholzvergaserkessel sind komfortabel. Durch den im Vergleich zu Oberbrandkessel höheren Wirkungsgrad, muss das Holz in recht langen Abständen nachgelegt werden. Scheitholzvergaserkessel werden mit Wärmeleistungen von bis zu ca. 200 kW angeboten.

In Abhängigkeit vom Füllraumvolumen ist das Heizungssystem mit einem angemessenen Pufferspeicher auszustatten, der die aus dem Holz freiwerdende Wärme, die nicht direkt vom Heizsystem aufgenommen werden kann, zwischenspeichert. In der Regel kommt dabei ein Kombispeicher zur Heiz- und Brauchwassererwärmung zum Einsatz oder es werden gesonderte Heiz- und Brauchwasserspeicher installiert. Vielfach werden solche Systeme durch eine solarthermische Anlage zur Brauchwasserbereitung in den Sommermonaten bzw. zur ergänzenden Heizungsunterstützung in der Übergangszeit ergänzt.

Während Zentralheizungen vormals ihren Platz im Keller oder im Heizungsraum fanden, hat die technische Entwicklung der letzten Jahre dazu geführt, dass heute Zentralheizungen (bzw. Öfen mit Zentralheizungsfunktion) auch im Wohnbereich ihren Standort finden. Neben einem Anbieter eines Vergaserkessels für die Aufstellung im Wohnbereich werden von verschiedenen Anbietern wasserführende Kaminöfen und Heizkamine angeboten, die einen Teil der Wärme in den Aufstellraum abgeben, den größeren Teil jedoch zur Heizungsunterstützung in das Zentralheizungssystem bzw. in einen Puffer- oder Brauchwasserspeicher einspeisen. Scheitholzvergaserkessel werden mit Wärmeleistungen von bis zu ca. 200 kW angeboten. (Text unter den ersten Absatz verschieben)

Im Interesse des Umwelt-, Emissions- und Gesundheitsschutzes wird empfohlen, nur emissionsarme Holzheizungen mit hohem Wirkungsgrad anzuschaffen und durch Fachbetriebe installieren und in Betrieb nehmen zu lassen.

Im Bereich der Scheitholzkessel, wird der Kauf von im Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien förderfähigen Scheitholzvergaserkesseln empfohlen (www.bafa.de) .

Scheitholzvergaserkessel und deren technische und Umwelteigenschaften können in der Datenbank der FNR und in der FNR-Publikation Marktübersicht Scheitholzvergaserkessel recherchiert werden.

Scheitholzvergaserkessel HDG Navora, Quelle: HDG Bavaria
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe