Heizen mit Holz Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Strohheizungen

In Dänemark sind Strohheizungen und Strohheiz(kraft)werke seit langem weit verbreitet. In der Landwirtschaft erzeugen Strohheizungen u. a. Wärme für die Ställe der Geflügel und Schweine haltenden Betriebe. Vielfach liefern Landwirte aber auch überschüssiges Stroh an große kommunale Strohheizwerke, die Dörfer, Städte und Stadtteile über Nah- und Fernwärmenetze mit erneuerbarer Wärme versorgen. Selbst in einem dänischen Kohlekraftwerk wird Stroh verfeuert, um damit Strom für Kopenhagen zu erzeugen.
In Deutschland finden sich bisher nur vergleichsweise wenige Strohheizungen, aber das Interesse an diesen Anlagen wächst. Seit 1997 heizt z.B. die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena ihre Verwaltungsgebäude mit Stroh. Mehrere Landwirte mit Sauenhaltung und Ferkelaufzucht heizen Ställe, Werkstätten und Wohnhäuser mit Stroh. Seit August 2013 werden auch die Gebäude der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. und der Landeforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in Gülzow mit Stroh geheizt.  Vorwiegend kommen Strohheizungssysteme für Quaderballen zum Einsatz. Die ca. 500 kg schweren Hochdruckballen werden über ein Förderband einer Auflösevorrichtung zugeführt. Anschließend wird das in Strohschnitzelform vorliegende Stroh dosiert über Schieber oder Schnecken in den Brennraum der Heizung transportier. Ein Heizkesselhersteller in Mecklenburg-Vorpommern fertigt Strohballenvergaserkessel, in denen ganze Rundballen verfeuert werden können. Und ein  niedersächsisches Unternehmen bietet seit 2013 einen 500kW-Drehrohrheizkessel für Stroh an, der sich auch für den Einsatz von sonstigen sehr aschereichen Biomassen eignet.
Mit Leistungen von bis zu 3.500 kW wird so in etlichen deutschen Strohheizungsanlagen Wärme für Ställe und Werkstätten, Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude, Gewächshäuser und Trocknungsanlagen sowie sonstige Zwecke geliefert. Das Stroh steht dafür nachhaltig, jährlich nachwachsend in der Region zur Verfügung. Heizen mit Stroh fördert dabei die regionale Wertschöpfung und kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.
Die größte deutsche Strohfeuerungsanlage steht in Emlichheim. Hier ist 2013 ein Strohheizkraftwerk mit 50 MW Feuerungswärmeleistung in Betrieb genommen worden. Das Bioenergiekraftwerk Emsland speist Strom in das öffentliche Netz ein, liefert Fernwärme für Wohngebiete und öffentliche Einrichtungen sowie Prozessdampf für ein Industrieunternehmen.
Informationen zur Strohheizungsanlage Gülzow:
http://bioenergie.fnr.de/bioenergie/strohheizung-guelzow/
Informationen zum Bioenergiekraftwerk Emsland:
http://www.bioenergie-emsland.de

Zellenradschleuse und Stokereinschubschnecke, dahinter der Kessel, Quelle: FNR
Grafik Strohheizwerk Gülzow, Quelle: FNR
Basisdaten