Heizen mit HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

44. BImSchV

Diese 44. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (44. BImSchV) regelt die Errichtung, die Beschaffenheit und den Betrieb von mittelgroßen Feuerungsanlagen, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen, insbesondere

  • genehmigungsbedürftigen und nicht genehmigungsbedürftigen Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von mindestens 1 Megawatt und weniger als 50 Megawatt, unabhängig davon, welche Brennstoffe oder welche Arten von Brennstoffen eingesetzt werden;
  • genehmigungsbedürftigen Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von weniger als 1 Megawatt, unabhängig davon, welche Brennstoffe oder welche Arten von Brennstoffen eingesetzt werden, sowie
  • gemeinsamen Feuerungsanlagen (gemäß § 4) mit einer Feuerungswärmeleistung von mindestens 1 Megawatt, unabhängig davon, welche Brennstoffe oder welche Arten von Brennstoffen eingesetzt werden, es sei denn, diese Kombination bildet eine Feuerungsanlage mit einer Feuerungswärmeleistung von 50 Megawatt oder mehr, die unter den Anwendungsbereich der Verordnung über Großfeuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen fällt.

Werden in einer mittelgroßen Feuerungsanlage nach § 1 Absatz 3 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Mai 2017 (BGBl. I S. 1440) die Abgase von zwei oder mehr Einzelfeuerungen gemeinsam über einen Schornstein abgeleitet, so gilt die von solchen Feuerungsanlagen gebildete Kombination als eine Feuerungsanlage im Sinne dieser Verordnung. Bei nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen gilt § 1 Absatz 3 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen entsprechend.

 „Biobrennstoffe“ im Sinne der 44. BImSchV sind die Produkte land- oder forstwirtschaftlichen Ursprungs aus pflanzlichem Material oder aus Teilen davon, sofern sie zur Nutzung ihres Energieinhalts verwendet werden, und folgende Abfälle, falls die erzeugte Wärme genutzt wird:

a)   pflanzliche Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft;

b)   pflanzliche Abfälle aus der Nahrungsmittelindustrie;

c)   natürliche, nicht gefährliche Hölzer aus der Landschaftspflege, sofern sie auf Grund ihrer stofflichen Beschaffenheit mit den Hölzern aus der Forstwirtschaft vergleichbar sind;

d)   faserige pflanzliche Abfälle und Ablaugen aus der Herstellung von natürlichem Zellstoff und aus der Herstellung von Papier aus Zellstoff, sofern sie am Herstellungsort mitverbrannt werden;

e)   Korkabfälle;

f)   Holzabfälle mit Ausnahme von Holzabfällen, die infolge einer Behandlung mit Holzschutzmitteln oder infolge einer Beschichtung halogenorganische Verbindungen oder Schwermetalle enthalten können; hierzu gehören insbesondere Holzabfälle aus Bau- und Abbruchabfällen

Die 44. BImSchV regelt unter anderem die Registrierung von Feuerungsanlagen bei den zuständigen Behörden, die Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten des Betreibers über u. a. Betriebsstunden sowie Art und Menge der eingesetzten Brennstoffe. Es sind zudem Aufzeichnungen über etwaige Störungen oder Ausfälle der Abgasreinigungseinrichtung und Aufzeichnungen über die Fälle, in denen die Emissionsgrenzwerte nicht eingehalten wurden, und über die diesbezüglich ergriffenen Maßnahmen vorzunehmen.

In Abschnitt 2 der 44. BImSchV werden Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb von mittelgroßen Feuerungsanlagen formuliert:  u. a. für Ammoniak-, Partikel- (Gesamtstaub-) und Kohlenmonoxid-Emissionen sowie für Emissionen an Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid.

Die aktuelle Fassung der 44. BImSchV kann abgerufen werden auf: 
Link