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Energie-Einspar-Verordnung (EnEV)

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Mit der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV) wird auf eine Verbesserung der Wärmedämmung und eine Reduzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden hingewirkt. Die ENEV 2014, wie die zuletzt im Dezember 2013 geänderte und im Mai 2014 in Kraft getretene Verordnung kurz genannt wird, regelt Anforderungen an neu zu errichten Gebäude und an bestehende Gebäude und Anlagen. Auch Anforderungen an Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Wasseraufbereitungsanlagen werden in der ENEV geregelt. Mit der schrittweisen Weiterentwicklung der Energieeinsparverordnung sind die Anforderungen an neue und bestehende Gebäude jeweils weiter erhöht worden, sodass neu gebaute oder sanierte Gebäuden einen wesentlich geringen Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung aufweisen als früher errichtete Gebäude.

Hiermit wird ein bedeutender Beitrag zur Minderung von Treibhausgasemissionen erreicht. Gebäudeeigentümern und Mietern erspart es erhebliche Ausgaben für Brennstoffe bzw. Heizkosten.

Die Energieeinsparverordnung schreibt die Erstellung von Energieausweisen vor, die den Energiebedarf von Gebäuden für den Hauseigentümer und für Wohnungsmieter aufzeigen und transparent machen. Hiervon profitieren insbesondere Hauskaufinteressenten und Mietinteressenten, ermöglicht Ihnen der Energieausweis doch, den Energiebedarf bzw. -verbrauch eines Gebäudes bzw. einer Wohnung einzuschätzen und Angebote besser zu vergleichen.

Wesentliche Aspekte der Energieeinsparverordnung werden im Folgenden kurz dargestellt:

  • Die Energieeinsparverordnung begrenzt den zulässigen Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung. Bei der Erstellung einer Energiebilanz für Wohngebäude werden die primärenergetische Effizienz der eingesetzen Energieträger und die Effizienz der Anlagentechnik berücksichtigt. Umwandlungsverluste außerhalb des Gebäudes, elektrischer Hilfsenergieverbrauch und der Einsatz erneuerbarer Energien gehen dabei in die Berechnung mit ein.
  • Die Energieeinsparverordnung verknüpft Gebäude- und Anlagentechnik. Verbesserter Wärmeschutz und effiziente Wärmeerzeugung sind gleichberechtige Maßnahmen zur Einhaltung der Anforderungen an den Energiebedarf eines Gebäudes. Eine bestimmte Gestaltung des Gebäudes ist nicht mehr vorgeschrieben. Die EnEV gibt Architekten und Bauherren ausreichend Freiraum für integrierte Lösungen von Gebäudehülle und Gebäudetechnik. Diese können weitgehend frei entscheiden, durch welche Maßnahmen sie die vorgeschriebenen Mindestanforderungen erreichen wollen.
  • Der Energieausweis schafft Markttransparenz für Mieter, Eigentümer und den Immobilienmarkt. Immobilienanzeigen zum Verkauf von Gebäuden in kommerziellen Medien müssen Pflichtangaben zu Informationen aus dem Energieausweis enthalten. Hierdurch werden Anreize für energiesparende Sanierungen gegeben.

Anforderungen der ENEV 2014 bei Neubauten

Ab 1. Januar 2016 neu errichtete Wohn- und Nichtwohngebäude müssen höhere energetische Anforderungen erfüllen. Die Anforderung an die Energieeffizienz (Primärenergiebedarf) wird um 25 Prozent gesenkt. Der Dämmstandard der Gebäudehülle (Wärmedurchgangskoeffizient) wird um durchschnittlich 20 Prozent erhöht.

Für alle ab dem Jahr 2021 errichteten Neubauten gilt gemäß ENEV 2014 der von der Europäischen Union festgelegte Niedrigstenergiestandard. Die dann dabei gültigen Anforderungen werden bis Ende 2018 öffentlich bekanntgegeben.

Sofern Neubauten mit einer Anlage zur Gebäudekühlung ausgestattet werden sollen, sind bauliche Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz  vorzunehmen.

Anforderungen der ENEV 2014 an bestehende Gebäude

Für bestehende Gebäuden regelt die EnEV Nachrüstpflichten sowie sogenannte "bedingte Anforderungen", die bei der Modernisierung bestimmter Bauteile eingehalten werden müssen.

Eigentümer von bestehenden Gebäuden haben einen Mindestwärmeschutz gemäß der Norm DIN 4108-2 zu erfüllen. So sind die zugängliche Decken von beheizten Räumen zum unbeheizten Dachraum gegebenenfalls bis Ende 2015 in der Weise zu dämmen, dass ein maximaler U-Wert 0,24 Watt/(m²K) eingehalten wird. Alternativ zur Dämmung der Decke kann das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt werden. 

Diese Regelungen gelten für Wohngebäude mit einem Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 sowie für nicht selbst genutzte Wohngebäude. Eine Ausnahmenregelung zur Nachrüstpflicht besagt, dass eine Nachrüstung nicht vorgenommen werden muss, wenn die erforderlichen Aufwendungen durch die Energiekosteneinsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können.

Anforderungen der ENEV 2014 an die Heizung

Mit ENEV 2014 wurden Regelungen für Heizungsanlagen und Dämmmaßnahmen in Bestandsgebäuden getroffen, die 2015 wirksam werden.  So dürfen „Eigentümer von Gebäuden … Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, ab 2015 nicht mehr betreiben“. Im Weiteren ist geregelt, dass Öl- und Gasheizungen nach Ablauf von 30 Jahren nicht weiter betrieben werden dürfen.
Zudem sind Eigentümer von Gebäuden verpflichtet, in nicht geheizten Räumen befindliche, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen zur Begrenzung der Wärmeverluste zu dämmen.

Heizkessel, die mit flüssigen oder festen Brennstoffen beschickt werden und deren Nennwärmeleistung zwischen 4 und 400 kW liegt, müssen gemäß Regularien der EU-Heizkesselrichtlinie eingebaut werden. Dabei dürfen nur Kessel installiert werden, die das CE-Kennzeichen aufweisen.

Bei Austausch der Heizungsanlage in bestehenden Gebäuden muss der Einbau eines Niedertemperatur- oder Brennwertkessels erfolgen, es sei denn, der Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes überschreitet den für Neubauten geforderten Grenzwert um nicht mehr als 40 % (40 %-Regelung).

Heizkessel für biogene Brennstoffe (Holz, Biogas, Pflanzenöle etc.) sowie für andere Brennstoffe, deren Eigenschaften von den marktüblichen flüssigen und gasförmigen erheblich abweichen, unterliegen nicht den Regularien der EU-Heizkesselrichtlinie und der CE-Kennzeichenpflicht.

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